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Martin Eggert: Sein Neuanfang entwickelt die gesamte Branche weiter

Zurückhaltend und leise war Martin Eggert noch nie. Weder in den Hochzeiten der Kreativagentur David + Martin, die er 2015 gemeinsam mit David Stephan in München ins Leben rief. Und auch als die Agentur nach zehn Jahren im Herbst 2025 Insolvenz anmelden musste, versteckte sich Eggert nicht, sondern stellte sich den Fragen und Herausforderungen. Er wickelte David + Martin ab, brachte Teams bei anderen Agenturen unter und startete mit Maison ACME ein neues Kreativstudio. Vor allem aber sprach er selbstkritisch darüber, warum David + Martin am Ende gescheitert war. Und was er daraus gelernt hat.

Das alles führte dazu, dass ihn Stefan Mölling, CEO von RMS, und Dr. Christian Hahn, Vice President Marketing Communications & Media von der Telekom, als Brave Heart 2026 unabhängig voneinander nominierten.

Einer, der mit Niederlagen anders umgeht „Wir schlagen ihn vor, weil er anders mit der Niederlage umgeht“, sagte Mölling in seinem Plädoyer vor den Jurymitgliedern von THE BEST AGENCY. Mölling und Hahn setzen sich vor allem deshalb für Eggert ein, weil er sich selbst in der Insolvenz und am Boden liegend um Kunden, Mitarbeitende und Partner gekümmert hat, damit die ohne großen Schaden aus der Sache rauskommen.

„Wir sprechen so viel darüber, dass wir eine bessere Fehlerkultur brauchen“, sagt Mölling. „Martin Eggert verkörpert diese Fehlerkultur perfekt. Er hätte sich im Moment der größten Niederlage auch verstecken können. Stattdessen steht er wieder auf, geht wieder ins unternehmerische Risiko, traut sich etwas und hat dabei auch noch die anderen im Blick. Diese Haltung sollte belohnt werden, denn sie ist alles andere als selbstverständlich und wirklich vorbildhaft.“

Als Chef seiner neuen Agentur Maison ACME, die sich als kleiner, wendiger und agiler positioniert und mit der Eggert auch einstigen David + Martin-Kunden eine neue Heimat gibt, versucht sich Eggert seit Anfang der Jahres erneut als Unternehmer. Jedoch als einer, der aus seinen Fehlern gelernt hat. Zu schnelles Wachstum, zu viele Standorte, der Verlust der Kultur – all das wird ihm wahrscheinlich nicht mehr passieren. In Podcasts und Interviews spricht er seit der Insolvenz offen und selbstkritisch darüber, warum David + Martin am Ende nicht mehr funktioniert hat.

Und er holt sich Hilfe: Berater und Coaches, die er um sich schart, sollen dafür sorgen, dass er in Zukunft schneller spürt, wenn etwas in die falsche Richtung läuft. Nach wie vor bringt er Menschen zusammen.

Wofür er aber weiterhin steht, ist das Feiern, das Zusammenbringen von Menschen, das Networken und Connecten. Zu Zeiten von David + Martin hat Eggert den Rock’n Roll in die Marketing- und Kommunikationsbranche zurückgebracht. Und auch jetzt, als Chef von Maison ACME macht er weiter – lädt in Cannes zum Lunch und setzt seine Event-Reihe „The Gathering“ fort. „Ich kenne niemanden, der Kollaboration so sehr lebt wie Martin“, sagt Mölling. „Er teilt jeden seiner Kontakte und ist davon überzeugt, dass alle davon profitieren, wenn sie sich austauschen. Und das Faszinierendste ist: Wenn er einlädt, kommen auch alle." Von einem derartig gut vernetzten und formvollendeten Gastgeber profitiert eine Branche, in der nach wie vor die meisten zuerst mal an sich selbst denken, in der der Konkurrenzkampf hart ist und der um Aufmerksamkeit auch.

Eggert durchbricht diese Muster. Nicht nur weil er daran glaubt, dass diejenigen, die viel arbeiten auch feiern sollen. Vielmehr, weil er gutes Essen und Drinks als Möglichkeit sieht, Menschen zu verbinden.

Dass man dabei nicht frei von Fehlern, Narben und Schicksalsschlägen sein muss, das beweist er, indem er sich selbst wieder ins Rampenlicht stellt. Und damit auch angreifbar macht. Vor allem aber verdient er sich damit den Respekt einer Branche. Und ist längst zu einem Vorbild für all jene geworden, die eine Niederlage nicht als Scheitern, sondern als Weiterentwicklung sehen. Eggert hat es geschafft und ist an ihr gewachsen. Und die Branche profitiert davon.